
COACHING | BERATUNG | PROZESSBEGLEITUNG
ABSCHIED, UMBAU, NEUANFANG -
KITAS IM DEMOGRAFISCHEN WANDEL
Vom Fachkräftemangel zum Platzüberhang
Krippe, Kita und Kindertagespflege erleben eine Zeitenwende. Nach Jahren des Ausbaus und des akuten Fachkräftemangels sinken vielerorts die Kinderzahlen: 2024 kamen in Deutschland rund 677.000 Kinder zur Welt – 15 % weniger als noch 2021. Im Frühjahr 2026 ist die Zahl der Kindertageseinrichtungen bundesweit erstmals seit Beginn der Statistik zurückgegangen.
Vom Mangel zur Gestaltungschance
Viele Träger stehen damit vor einer ganz neuen Aufgabe: Plätze abbauen, Gruppen schließen, Einrichtungen zusammenlegen oder sogar ganz aufgeben. Angesichts angespannter kommunaler Haushalte liegt es nahe, frei werdende Ressourcen einzusparen. Doch wer jetzt ausschließlich abbaut, verschenkt eine Chance, die so schnell nicht wiederkommt: die Chance, endlich in die Bereiche zu investieren, die im Kita-Alltag seit Jahren „auf dem Zahnfleisch gehen“.
Quellen:
-
Meiner-Teubner u. a. (2024): Der KiTa-Fachkräftebedarf, Zeitschrift für Erziehungswissenschaft
-
kommunal.de: Kita-Schließungen und Kinderzahlen 2026 (mit Destatis-Daten)
-
WIFF: Vom Ausbau zum Abbau? Die Kita-Landschaft im demografischen Wandel (2026)
-
Hillebrecht, M. & Kaltenbacher, N. (2026): KVJS-Kompakt, Ausgabe 2/07.2026 – kvjs.de
Die nachfolgenden Grafiken wurden mithilfe von KI erstellt
Der Fachkräftebedarf bleibt – trotz sinkender Kinderzahlen
Der Geburtenrückgang verdeckt leicht, dass sich die Personalfrage nicht von selbst erledigt. Die „Babyboomer“ gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand: Nach Berechnungen des Forschungsverbunds DJI/TU Dortmund scheiden bis 2035 rund 170.000 Beschäftigte aus Kindertageseinrichtungen altersbedingt aus – etwa 131.000 in West- und 39.000 in Ostdeutschland. Gemessen am heutigen Personalbestand von rund 768.000 pädagogisch und leitend Tätigen ist das rechnerisch mehr als jede fünfte Person.
Weiterhin hoher Bedarf in den westlichen Bundesländern bis 2035
Insgesamt werden in Westdeutschland bis 2035 – je nach Szenario – zwischen 286.000 und 315.000 Fachkräfte benötigt, um Ersatz- und Ausbaubedarf zu decken. Selbst wenn die Kinderzahlen sinken, bleibt der Westen bis Anfang der 2030er-Jahre eher von Personalmangel als von Überhängen geprägt. Hinzu kommt der seit dem Schuljahr 2026/27 stufenweise greifende Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter, der weiteres pädagogisches Personal bindet.
KITA-TRANSFORMATION
Frei werdende Ressourcen in Qualität investieren
Die Entwicklung in Baden-Württemberg
Auch in Baden-Württemberg sinken die Kinderzahlen: Bis 2035 werden rund 8 % weniger Kinder unter drei Jahren und knapp 10 % weniger Kinder im Kindergartenalter erwartet als 2023. Der Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) rät dennoch von pauschalen Kürzungen ab – regional bestehen weiterhin ungedeckte Bedarfe, und die Betreuungszeiten steigen: Fast 88 % der Kindergartenkinder besuchen heute ein Angebot von mindestens sechs Stunden täglich.
Nachhaltige Trägerstrategien
Für Träger heißt das: Wer heute Personal abbaut, wird es in wenigen Jahren mühsam wieder gewinnen müssen. Wer dagegen umsteuert, sichert Qualität und Stabilität – und ist für die kommenden Jahre gut aufgestellt.
Es ist eine anspruchsvolle Entscheidung, sich in Zeiten knapper Kassen für Qualität statt für Einsparung zu entscheiden. Sie ist aber auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht gut begründet: Hohe Krankheitsquoten, „innere Kündigung“ und Fluktuation verursachen erhebliche Kosten. Frei werdende Kapazitäten können gezielt dort eingesetzt werden, wo sie langfristig wirken:
-
ausreichende Personalreserven, um Krankheit und Urlaub verlässlich abzufedern
-
Aufbau von trägerweiten Vertretungspools
-
eine verbesserte Fachkraft-Kind-Relation und mehr Zeit für mittelbare pädagogische Arbeit
-
Investitionen in die Aus- und Weiterbildung von Leitungs- und Führungskräften
-
Entlastung der Teams und nachhaltige Strukturen für Gesundheit und Mitarbeiterbindung

Illustration: katemangostar | freepik.com
COACHING | BERATUNG | PROZESSBEGLEITUNG
Gemeinsam die Weichen stellen
Wir begleiten Träger, Leitungen und Teams in diesen Veränderungsprozessen mit systemischem Changemanagement: von der transparenten Kommunikation über die bewusste Gestaltung von Abschied und Übergang bis zum Zusammenwachsen neuer Teams auf einer gemeinsamen konzeptionellen Grundlage.
Auf Stärken und Kompetenzen aufbauen
In pädagogischen Kontexten kommt es besonders auf Kontinuität an. Getragen wird sie vor allem von Mitarbeitenden mit langer Betriebszugehörigkeit – sie gilt es, in Zeiten des Umbruchs zu halten und gut mitzunehmen. Mit Ihnen identifizieren wir die wichtigsten Stellschrauben für Arbeitszufriedenheit, Motivation und Mitarbeiterbindung. Dabei bauen wir auf den Ressourcen und Stärken Ihrer Organisation und Ihrer Mitarbeitenden auf: Wir bewahren Wichtiges, verabschieden, was nicht mehr hilfreich ist, und entwickeln mit allen Beteiligten neue, tragfähige Lösungen – damit Ihre Einrichtungen auch in den kommenden Jahren gut aufgestellt sind.
TRANSFORMATION GESTALTEN
Wenn Vertrautes endet: Den Wandel gut begleiten
Gruppenschließungen, Zusammenlegungen oder die Aufgabe eines Standorts treffen häufig Mitarbeitende, die ihrer Einrichtung seit vielen Jahren verbunden sind – und mit einer solchen Entwicklung nicht gerechnet haben. Nach langen Jahren, in denen jede Fachkraft dringend gebraucht wurde, kann das Gefühl, plötzlich „zu viel“ zu sein, tief verunsichern.
Abschied, Umbau, Neuanfang
Abschied von einem Haus, einem Team oder einer gewachsenen Kultur braucht Raum. Verlust, Ärger, Sorge um die eigene Zukunft und Loyalitätskonflikte gehören zu jedem tiefgreifenden Wandel. Werden sie übergangen, wirken sie im Verborgenen weiter – als Rückzug, Widerstand oder Erschöpfung. Werden sie ernst genommen, entsteht die Grundlage, um sich auf Neues einzulassen.
Abschied und Neubeginn begleiten
Abschied von einem Haus, einem Team oder einer gewachsenen Kultur braucht Raum. Verlust, Ärger, Sorge um die eigene Zukunft und Loyalitätskonflikte gehören zu jedem tiefgreifenden Wandel. Werden sie übergangen, wirken sie im Verborgenen weiter – als Rückzug, Widerstand oder Erschöpfung. Werden sie ernst genommen, entsteht die Grundlage, um sich auf Neues einzulassen.
Mitarbeitende halten – auch im Wandel
Gute Rahmenbedingungen tragen entscheidend zur Mitarbeiterbindung bei: Neben angemessener Bezahlung und bewältigbarer Arbeitsbelastung haben „softe“ Faktoren großen Einfluss – und in Veränderungsphasen vor allem Verlässlichkeit, Beteiligung und offene Kommunikation.
FÜR TEAMS, FACH- UND FÜHRUNGSKRÄFTE AUS PÄDAGOGIK, BILDUNG & JUGENDARBEIT
Unsere Angebote zu Teamberatung, Coaching und gezielter Weiterbildung stabilisieren sowohl die Leitung als auch das Team. Dies führt nachhaltig zur Entlastung aller Beteiligten, schont Ressourcen und eröffnet neue Handlungsspielräume.
Wertschätzung und Arbeitszufriedenheit
Persönliche Arbeitszufriedenheit, Motivation, Entwicklungsmöglichkeiten und ein gutes Arbeitsklima spielen eine große Rolle. Transparente Strukturen, Klarheit und Orientierung in der täglichen Zusammenarbeit und eine Kultur der gegenseitigen Wertschätzung sind hierfür wesentliche Voraussetzungen.
Transparente Strukturen – klare Zielsetzung
Transparente Strukturen, Klarheit in der konzeptionellen Zielsetzung und eine Kultur der gegenseitigen Wertschätzung sind zentrale Ziele der Prozessbegleitung. Führungskräfte und Leitungen sind dabei genauso eingebunden wie die Mitarbeitenden. Gemeinsam mit Ihnen erarbeiten wir die Basis für ein gutes Arbeitsklima, für die Zufriedenheit der Mitarbeitenden – und damit für Motivation und Identifikation mit der Tätigkeit, auch wenn sich Strukturen verändern.
Zielgerichtete Unterstützung von Leitung und Team
Einrichtungsleitungen und Führungskräfte tragen in dieser Phase besondere Verantwortung. Umbruchphasen wie Gruppenschließungen oder Zusammenlegungen stellen sie vor zusätzliche Anforderungen: Sie müssen Entscheidungen vermitteln, die sie oft nicht selbst getroffen haben, Teams durch Unsicherheit führen und gleichzeitig die pädagogische Qualität sichern. Dabei stoßen sie nicht selten selbst an ihre Belastungsgrenzen.
In ihrer Schlüsselrolle haben sie entscheidenden Einfluss auf Strukturen und Abläufe, auf Zielsetzung und konzeptionelle Umsetzung, auf die Umgangskultur und das Arbeitsklima im Team. Deshalb lohnt es sich gerade jetzt, in ihre Qualifizierung und Begleitung zu investieren.
DEN RAHMEN SCHAFFEN
Jetzt den nächsten Entwicklungsschritt gehen
Sie suchen Begleitung für Ihr Team, Ihre Leitungen, für konzeptionelle Entwicklungsprozesse oder müssen Einrichtungen zusammenlegen oder übergeben die Trägerschaft?
Ich freue mich auf Ihre Anfrage. Gemeinsam klären wir, was Ihre Einrichtung jetzt braucht – und wie ich Sie gezielt unterstützen kann.
Jetzt Kontakt aufnehmen
Telefonisch, per Mail oder im persönlichen Gespräch – unkompliziert und auf Augenhöhe. Hier finden Sie die Kontaktmöglichkeiten auf einen Blick - oder senden Sie Ihre Anfrage direkt über das Kontaktformular:




